Katze sitzt neben Katzenklo

Streuwechsel: Wenn Deine Katze das neue Streu nicht akzeptiert

|

Lesezeit 7 min

Kurze Antwort: Katze akzeptiert neues Katzenstreu nicht

Katzen reagieren auf einen abrupten Wechsel des Katzenstreus oft ablehnend, weil sich Textur, Geruch und Geräusch beim Buddeln von einem Moment auf den anderen verändern. 


Die Lösung ist fast immer ein schrittweiser Übergang über ein bis zwei Wochen, bei dem das neue Katzenstreu zunehmend unter das alte gemischt wird. Wird komplett und plötzlich umgestellt, verweigern manche Katzen das Klo lieber ganz, statt das ungewohnte Material zu benutzen.

Warum Katzen bei Streuwechseln so empfindlich reagieren

Hallo, liebe Katzenfreundin, lieber Katzenfreund! 


Ein Katzenklo ist für Katzen mehr als ein reiner Ort zum Erledigen ihrer Geschäfte. Es ist einer der wenigen Orte, an denen sie sich besonders verwundbar fühlen, weil Buddeln und Ausscheiden Zeit kosten und die Aufmerksamkeit binden. Jede Veränderung an diesem Ort wird deshalb besonders genau wahrgenommen.


Die Katzennase verfügt über rund 200 Millionen Riechzellen und ist damit etwa 14-mal empfindlicher als die menschliche Nase. Ein neues Katzenstreu riecht für Deine Katze also völlig anders, selbst wenn es für Dich kaum wahrnehmbare Unterschiede gibt. 


Dazu kommt das veränderte Gefühl unter den Pfoten: Manche Streuarten sind gröber, manche feiner, manche stauben beim Buddeln, andere klumpen anders. All das registriert eine Katze sofort, und wenn sich zu viel gleichzeitig ändert, entscheidet sie sich im Zweifel lieber für einen anderen Ort.

Die häufigsten Gründe für die Ablehnung

  • Zu abrupter Wechsel: das komplette Austauschen des Katzenstreus an einem Tag überfordert die empfindliche Wahrnehmung vieler Katzen

  • Unterschiedliche Textur beim Buddeln: ein Wechsel von grobem Bentonit zu feinerem Erbsenfaser-Streu oder umgekehrt fühlt sich unter den Pfoten deutlich anders an

  • Fremder Geruch: auch parfümfreies Streu riecht anders als das gewohnte Produkt, für die empfindliche Katzennase ein deutliches Signal

  • Negative Erstassoziation: hat die Katze beim ersten Kontakt mit dem neuen Streu eine unangenehme Erfahrung gemacht, etwa ein lautes Geräusch in der Nähe, meidet sie das Klo danach oft komplett

  • Zu wenige Ausweichmöglichkeiten: steht nur ein einziges Klo mit dem neuen Streu zur Verfügung, hat die Katze keine Alternative und weicht stattdessen auf andere Orte in der Wohnung aus

Katze schaut in die Kamera
Katze schaut fragend

So gelingt der Streuwechsel Schritt für Schritt

Der schrittweise Übergang ist die zuverlässigste Methode, um Ablehnung zu vermeiden:

  • Woche 1: 
    neues Katzenstreu zu etwa 25 Prozent unter das gewohnte Streu mischen, restliche 75 Prozent bleiben unverändert

  • Woche 1 bis 2: 
    Anteil des neuen Streus schrittweise auf 50, dann 75 Prozent erhöhen, immer über mehrere Tage beobachten, ob die Katze das Klo weiterhin normal nutzt

  • Ab Tag 10 bis 14: 
    vollständig auf das neue Streu umstellen, sofern keine Auffälligkeiten aufgetreten sind

  • Bei Ablehnung während des Prozesses: 
    einen Schritt zurückgehen und den vorherigen Mischanteil länger beibehalten, statt den Wechsel zu erzwingen

Während der Umstellung sollte mindestens ein zusätzliches Klo mit dem alten Streu bestehen bleiben, besonders in Mehrkatzenhaushalten. 

Das entspricht auch der allgemeinen Faustregel: ein Klo pro Katze plus ein zusätzliches, unabhängig vom Streuwechsel.


Warum sich ein Wechsel zu naturreinem Streu besonders lohnt

Viele Halter wechseln gezielt zu einem staubfreien, naturreinen Streu, weil klassisches Bentonit beim Buddeln feinen Staub aufwirbelt, der die empfindlichen Atemwege von Katze und Mensch reizen kann. Unser Katzenstreu aus Erbsenfasern staubt physikalisch nicht, klumpt trotzdem zuverlässig und ist biologisch abbaubar. 


Gerade weil es sich in Textur und Buddelverhalten von Bentonit unterscheidet, profitiert dieser Wechsel besonders stark von der schrittweisen Umstellung, damit die Katze Zeit hat, sich an das neue Gefühl unter den Pfoten zu gewöhnen.

Was sich beim Ausschaufeln und Entsorgen verändert

Auch der tägliche Umgang mit der Katzentoilette verändert sich bei einem Streuwechsel spürbar. Klumpendes Streu lässt sich beim Ausschaufeln unterschiedlich gut vom losen Rest trennen: grobkörniges Klumpstreu bildet feste, leicht zu entfernende Klumpen, feineres Streu erfordert dagegen eine engmaschigere Schaufel, damit beim täglichen Ausschaufeln nichts zurückbleibt. Wer bisher an ein bestimmtes Verhalten beim Klumpen gewöhnt war, sollte sich also auch selbst etwas Zeit geben, das neue Streu beim Ausschaufeln richtig einzuschätzen.


Auch bei der Entsorgung unterscheiden sich Streuarten deutlich. Manche Produkte gehören ausschließlich in den Hausmüll, andere, wie unser Erbsenfaser-Streu, sind biologisch abbaubar und können in kleinen Mengen sogar über die Toilette entsorgt werden, was die Abfälle im Haushalt spürbar reduziert. Wie die Entsorgung im Detail funktioniert, erfährst Du in unserem Ratgeber zum richtigen Entsorgen von Katzenstreu. Diese Entsorgung solltest Du direkt beim Streuwechsel mitdenken, damit sich die Routine rund um die Katzentoilette nicht von einem Tag auf den anderen komplett ändert.


Ein einfacher Tipp aus der Praxis: Halte die Reinigung der Katzentoilette während der Umstellungsphase genauso gründlich wie vorher, wechsle aber nicht gleichzeitig das Reinigungsmittel. Eine veränderte Reinigung addiert sonst einen weiteren neuen Reiz zu einer Situation, die für Deine Katze ohnehin schon ungewohnt genug ist.


Auch die Schaufel selbst spielt beim Ausschaufeln eine Rolle. Bei feinkörnigem, stark klumpendem Streu lohnt sich eine Schaufel mit engeren Schlitzen, damit auch kleinere Klumpen beim Ausschaufeln zuverlässig hängen bleiben und nicht zurück in die Toilette rutschen. 

Unsere Katzenklo-Schaufel ist genau darauf ausgelegt und eignet sich für die gängigen Streuarten, egal ob Du gerade mitten im Streuwechsel steckst oder schon länger dasselbe Klumpstreu verwendest. Wer mehrere Katzenklos im Haushalt hat, sollte idealerweise an jeder Toilette dieselbe Schaufel-Größe nutzen, das erleichtert das tägliche Ausschaufeln zusätzlich.

Katze sitzte neben Katzenstreu

Die tägliche Routine beim Ausschaufeln während des Streuwechsels

Am einfachsten lässt sich ein Streuwechsel begleiten, wenn Du das Ausschaufeln zur festen Gewohnheit machst. 

Schaufle idealerweise einmal morgens und einmal abends aus, bei mehreren Katzen ruhig öfter, damit die Toilette nie überfüllt wirkt und Deine Katze die Toilette auch während der Umstellung weiterhin gerne annimmt. Wer mehrere Katzenklos im Haushalt hat, sollte jede einzelne Toilette im selben Rhythmus ausschaufeln, sonst wird ausgerechnet die am seltensten ausgeschaufelte Toilette zuerst gemieden.


Die beim Ausschaufeln anfallenden Abfälle gehören je nach Streuart entweder in den Hausmüll oder, bei biologisch abbaubarem Katzenstreu, in kleinen Mengen direkt in die Toilette. Auch unterwegs, etwa im Urlaub bei einer Betreuungsperson, sollte die gewohnte Routine beim Ausschaufeln und beim Entsorgen der Abfälle möglichst genau beibehalten werden, damit der Streuwechsel nicht zusätzlich durch eine veränderte Reinigungsroutine an der Toilette erschwert wird.

Woran Du erkennst, dass die Umstellung nicht funktioniert

Meidet die Katze das Klo über mehrere Tage hinweg vollständig, uriniert oder kotet außerhalb des Klos in der Nähe des gewohnten Standorts, oder zeigt sie beim Betreten des Klos deutliches Unwohlsein wie hastiges Verlassen ohne Benutzung, ist der Wechsel zu schnell verlaufen. In diesem Fall lohnt es sich, wieder auf das alte Katzenstreu zurückzugehen und den Umstellungsprozess langsamer neu zu starten, statt die Katze zur Nutzung zu zwingen. 


Mehr zu den Ursachen von Unsauberkeit generell findest Du in unserem Ratgeber zu unsauberen Katzen, falls die Ablehnung über den reinen Streuwechsel hinausgeht.


Was zusätzlich hilft, wenn eine Katze besonders empfindlich reagiert

Die Toilette während der Umstellung nicht umstellen oder an einen neuen Standort verlegen, denn zwei Veränderungen gleichzeitig überfordern viele Katzen unnötig. 


Auch die Reinigungsroutine an der Toilette sollte während des Wechsels gleich bleiben, ein enzymatischer Reiniger für das Klo selbst ist unabhängig vom Streu ohnehin empfehlenswert. Bei mehreren Katzenklos im Haushalt gilt dieselbe Regel für jede einzelne Toilette. Katzen, die generell sensibel auf Veränderungen im Haushalt reagieren, profitieren zusätzlich von einer ruhigen Umgebung während der Umstellungsphase, ganz ohne weiteren Besuch oder Lärm in dieser Zeit.


Katze sitzte neben Katzenstreu

Häufige Fragen zum Streuwechsel bei Katzen

Wie lange dauert ein Streuwechsel im Schnitt?

Meist ein bis zwei Wochen, bei besonders empfindlichen Katzen kann sich der Prozess auch auf drei bis vier Wochen ausdehnen.

Kann ich mehrere Katzenklos gleichzeitig umstellen?

Nein, besser ist es, ein Klo zuerst umzustellen und mindestens ein weiteres mit dem gewohnten Katzenstreu bestehen zu lassen, bis die Katze das neue Streu sicher annimmt.

Hilft es, das alte Katzenstreu komplett wegzulassen, damit die Katze keine Wahl hat?

Nein, das erhöht nur das Risiko, dass die Katze das Klo ganz meidet und an anderer Stelle in der Wohnung uriniert.

Kann ein Streuwechsel auch bei Kätzchen problematisch sein?

Ja, auch wenn junge Katzen oft etwas anpassungsfähiger sind, gilt derselbe schrittweise Übergang als sichere Methode.

Was mache ich, wenn die Katze das neue Streu nach zwei Wochen immer noch ablehnt?

Dann lohnt sich ein Rückschritt auf die letzte funktionierende Mischung und ein deutlich langsamerer weiterer Übergang, notfalls über mehrere zusätzliche Wochen.

Spielt die Jahreszeit oder der Standort des Klos beim Streuwechsel eine Rolle?

Direkt nicht, aber zusätzlicher Stress durch andere Faktoren wie Hitze oder Umbauarbeiten kann die Empfindlichkeit während der Umstellung erhöhen.

Wie oft sollte ich während des Streuwechsels ausschaufeln?

Am besten mindestens zweimal täglich ausschaufeln, morgens und abends, damit die Toilette für Deine Katze durchgehend einladend bleibt. Gerade in der sensiblen Umstellungsphase reagieren viele Katzen empfindlicher auf eine volle Toilette als sonst, häufigeres Ausschaufeln nimmt hier einen zusätzlichen Stressfaktor weg. Die beim Ausschaufeln anfallenden Abfälle solltest Du außerdem direkt entsorgen, statt sie länger neben der Toilette zu sammeln, das hält den Geruch in der Wohnung gering.

Welches Streu passt zu deiner Katze?

Welches Streu für Deine Katze am besten passt, hängt von vielen Faktoren ab, und manchmal hilft die Erfahrung anderer mehr als jeder Ratgeber. In der Majescats Community tauschen sich Katzenhalter genau über solche Alltagsfragen aus.
Für iPhone oder für Android laden.

Fazit

Ein Streuwechsel scheitert selten an der Streuart selbst, sondern fast immer am Tempo der Umstellung. Wer das neue Katzenstreu schrittweise einführt, genug Ausweichmöglichkeiten am Katzenklo lässt und auf die Reaktionen der eigenen Katze achtet, kann auch einen deutlichen Wechsel, etwa von stark staubendem Bentonit zu staubfreiem Erbsenfaser-Streu, ohne größere Probleme umsetzen. Geduld ist hier wichtiger als Tempo, jedes Tier braucht seine eigene Zeit, um sich an eine neue Umgebung im Katzenklo zu gewöhnen.


Weitere Ratgeber: